Allgemeine Ziele
Der Verein will
- die Ziele herausarbeiten, die an den mathematischen und naturwissenschaftlichen
Unterricht in einer sich wandelnden Welt zu setzen sind,
- die Verfahren des Unterrichts zur Erreichung dieses Zieles entwickeln und ausbauen,
- dafür eintreten, daß Mathematik und Naturwissenschaften in der Erziehung den ihnen
gebührenden Rang erlangen und in der Schule hinreichende Wirkungsmöglichkieten erlangen.
(Aus der Satzung des Vereins; §2 - in der Fassung vom 30.3.1988)
Der Förderverein MNU tritt ein für
- einen angemessenen Anteil unserer Fächer an der Stundentafel aller Schüler (in den
Klassenstufen 5 bis 10: 30% aller Stunden für Mathematik, Biologie, Chemie und Physik),
- eine Verbreitung der Allgemeinbildung durch eine wirkungsvolle Berücksichtigung der
naturwissenschaftlichen Fächer in der gymnasialen Oberstufe:
- verbindliche Belegung von drei naturwissenschaftlichen Fächern in der Klassenstufe 11
für alle Schüler,
- Verpflichtung zur Wahl von zwei durchgehenden naturwissenschaftlichen Fächern in der
Jahrgangsstufe 12,
- die Reformation der Sekundarstufe II,
- die Realisierung einer ökologischen Bildung auf einer breiten naturwissenschaftlichen
Basis an allen Schulformen,
- eine angemessene informationstechnische Bildung und eine breitere Berücksichtigung der
Informatik, insbesondere für den Einzug von Inhalten, die Schülerinnen und Schüler auf
den Umgang mit weltweiten Netzen und der gesamten Breite von Multimedia vorbereitet,
- eine wissenschaftlich fundierte und an der späteren Berufspraxis orientierte
Lehrerausbildung,
- eine verbesserte Ausstattung der Schulen mit Sachmitteln, um einen am Schülerexperiment
orientierten Unterricht zu ermöglichen (etwa 5% des Personaletats der Schule),
- stärkere Förderung von mathematisch und naturwissenschaftlich begabten oder besonders
interessierten Schülern.
Grundpositionen des Fördervereins MNU zu den aktuellen Lernbedingungen einer modernen
Schule ... Dabei spielen die Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler eine
bedeutende Rolle. Diese haben sich deutlich verändert: Für die Schülerinnen und
Schüler ist Sachwissen heute insbesondere durch die Informationsmedien und zunehmend auch
durch die Kommunikationsmedien in ungleich größigerem Umfange als früher verfügbar.
Sie bringen dieses großigteils ungeordnete Wissen in den Unterricht mit ein.
Damit wandelt sich die Aufgabe von Schule und Unterricht: Die Integration und
Strukturierung der weitgehend außigerhalb der Schule gewonnenen Wissensbestände wird zu
einer wichtigen Aufgabe des Unterrichts.
...
Nach Auffassung des Fördervereins MNU kann die Bewältigung der Aufgabe, das
unsystematische Vorwissen ... zu integrieren und zu strukturieren nur vom
Fachunterricht aus geleistet werden. ...Dies gilt wegen seiner strengen Systematik in
besonderer Weise für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht.
Erst von fachlich gesicherten Grundlagen aus läßigt sich hier die Vielfalt des
Vorwissens der Schülerinnen und Schüler ordnen und zu der notwendigen
fachübergreifenden Sicht verknüpfen.
Fachübergreifender Unterricht erfordert kompetente Lehrer. ...
Der Förderverein MNU wendet sich daher entschieden gegen alle Versuche, die Idee des
fachübergreifenden Unterrichts zur Begründung von fachfremden Lehrereinsatz zu
mißigbrauchen.
Aus dem gleichen Grunde wendet sich der Förderverein auch dagegen, die drei
naturwissenschaftlichen Fächer durch das integrierte Fach Naturwissenschaft ersetzen zu
wollen.
Sinnvolle fachübergreifende Arbeit an komplexen Fragestellungen ist nur mit dem
jeweiligen Grundwissen und den spezifischen Methoden der naturwissenschaftlichen
Einzeldisziplin möglich.
(MNU; 49/5, S. 260 und S. 261)