In der "Jungen Welt", der überregionalen DDR-Jugendzeitung, war am 10. August 1976 in "Karlchens Schmökerecke" zu lesen:
Vor. Jahren erschienen bei uns einige Kriminalromane unter dem Pseudonym A. G. Petermann. Dahinter verbargen sich die Autoren Hans-Albert Pederzani und 0. Neumann. Jetzt las KarIchen eine phantastische Erzählung von einem Frank Petermann. Diese utopische Geschichte, Der unsterbliche Mr. Cooper« (Abenteuerreihe - des Verlages Neues Leben), strotzt geradezu von Einfällen. Der Verdacht liegt nahe, dass Frank Petermann ebenfalls nicht solo schrieb.
Sei es wie es sei. Karlchen hat sich manchmal köstlich amüsiert, weil es in der phantastischen Erzählung zwar nicht wenige technische Tricks und Begriffe gibt, hinter die Karlchen nie steigen wird, doch insgesamt kommen Spaß, Spannung und ein bisschen Augenzwinkern nicht zu kurz
Wir
besteigen mit Petermann die Festung Electronica, in die sich im Jahre 1986 ein
steinreicher Amerikaner namens Cooper zurückgezogen hat. Er lebt dort mit einer
derartigen Angst, dass er um seine Festung elektronische Sperren,
Selbstschussanlagen mit kybernetischer Steuerung und andere Abschirmmittel bauen
ließ. Nun fühlt sich Cooper gar nicht so sehr von Räubern oder ausländischen
Spionen bedroht, sondern lediglich von einem Mann, der mal sein Partner war: der
Erfinder Adolphe Julien. Cooper hatte ihn eines Tages mittellos sitzen lassen
und war mit Juliens Erfindung, dem Wirkungsprinzip der psychologischen
Fernstrahler, abgedampft.
Selbstschussanlagen und privaten Atombunker können Cooper nicht vor dem fintenreichen Exkollegen schützen. Julien dringt in die Festung Electronica ein. Seine Wiedergutmachungsbedingung: Cooper soll sich für 100 Jahre einfrieren lassen; denn Erfinder Adolphe hat weiter erfunden, nämlich eine Überlebensmaschine. Es sei hier nur noch angefügt, dass Cooper sich auf das eisgekühlte Unternehmen einlässt, weil er hofft, dass die Zinsen seines Vermögens in hundert Jahren ausreichen würden, die halbe Erde aufzukaufen. Petermann, als gebildeter Bürger und Marxkenner, weiß es natürlich besser. Die Frage ist, ob sich ein echter Mr. Cooper das nicht auch ausrechnen würde. Bei Petermann eben nicht. Schade übrigens, dass in diesem Heft, wo das Vergnügen seitenlang auf des Lesers Seite ist, sich auch sehr schludrige Sätze und noch schludrigere Gedanken breit machen konnten.
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Karlchen
Auf diese Rezension war ich 1976 sehr stolz. Einmal war es selten, dass ein Abenteuerheft in der Jungen Welt rezensiert wurde, zum anderen glaubte der Rezensent, nur zwei Autoren seien in der Lage, ein solches Feuerwerk von Ideen versprühen zu können. Und ehrlich, ich hatte die Erzählung wirklich ganz allein geschrieben.
Schade, dass ich nicht weiß, wer sich hinter dem Pseudonym Karlchen verbirgt. Ich würde ihm gern sagen, dass er sich wenigstens in diesem Punkt geirrt hatte.
Frank Petermann, Radebeul am 10. 11. 2000